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Abschied vom herkömmlichen Bewerbungsgespräch: DEVK verbindet mit den Challenge Days Recruiting und Markenbildung in einem modularen Prozess.
Azubis, Führungskräfte// 21. Februar 2022

Wer sich um einen Ausbildungsplatz oder für ein duales Studium bewirbt, kommt in aller Regel frisch von der Schule. Berührungspunkte mit einer Versicherung gab’s bis dahin wenig bis gar nicht – vielleicht schon mal in der Familie. Und eine Ausbildung bei einem Versicherungsunternehmen ist ja auch etwas Solides, sagen die Eltern. Stramme Hierarchien und dunkle Anzüge, Bürofluchten und Kleingeducktes, sagen die Freunde.

Und dann sitzen die Bewerber:innen, die sich zugleich bei einem Dutzend anderer Unternehmen beworben haben, im Auswahlverfahren und mühen sich unter den strengen Augen der Beobachtenden, aus Papier eine Brücke oder einen Stuhl zu bauen.

„Wir möchten einen unverstellten Blick auf die Bewerber:innen haben“, erklärt Andrea Schanz, Spezialistin Aus- und Weiterbildung, die Challenge Days der DEVK. „Und wir möchten, dass die Bewerber:innen einen unverstellten Blick auf uns haben. Wir möchten, dass am Ende dieser Challenge Days beide Seiten aufrichtig sagen können: Ja, wir passen zueinander. Oder eben auch nicht.“

Auf der Suche nach Ideen für ein neues Recruiting ist Andrea Schanz zunächst durchs Unternehmen gegangen und hat relevanten Zielgruppen – Studierenden, Azubis, Praktikant:innen – Fragen gestellt. „Wenn man aufmerksam zuhört, hat man eine gute Grundlage“, schmunzelt Andrea Schanz. „Ich wollte ein Auswahlverfahren entwickeln, das die Teilnehmenden begeistert, über das in Familien und mit Freunden gesprochen wird und das die Bewerber:innen auch nach einer Absage mit einem guten Gefühl nach Hause gehen lässt.“

Zudem sollten die Kandidat:innen möglichst viel über das Unternehmen, die Menschen, die dort arbeiten und den Ausbildungsberuf erfahren, um sich ein genaues Bild von der DEVK machen und eine gute Entscheidungsgrundlage entwickeln zu können.
„Ein Auswahlverfahren ist keine Einbahnstraße. Für den Beziehungsstart zwischen Ausbildungsbetrieb und Auszubildenden bieten unsere Challenge Days eine tolle Grundlage.“

Spoiler: Auf kununu, dem Portal zur Bewertung von Arbeitgebern durch Mitarbeitende und Bewerber:innen, gibt es durchweg positive Bewertungen für das neue Auswahlverfahren.

„Das Rezept für unsere Challenge Days ist demnach denkbar einfach“, so Schanz. „Man nehme die Zielgruppe, stelle sie in den Mittelpunkt, verleihe dem Ganzen einen modernen Eventcharakter mit viel Wertschätzung und Transparenz und verbinde es mit einer validen Diagnostik. Hinzu kommen eine spannende Candidate Journey mit hohem Praxisbezug und ein spielerisches Element. Denn wer spielt, verhält sich authentisch, verliert an Nervosität und kann sich in abwechselnden Übungen mit individueller Stärke einbringen.“

Bewerber:innen absolvieren zunächst einen Online-Test, dessen Inhalte im Vorfeld klar und transparent kommuniziert werden. Abgefragt werden dabei mathematische, analytische und sprachliche Fähigkeiten. Wer sich um einen Studienplatz bewirbt, den erwartet zusätzlich ein Mathe-Test mit dem Stoff der gymnasialen Oberstufe. Vollständige Bewerbungsunterlagen sind für die Teilnahme an den Online-Tests nicht notwendig. Um an der ersten Runde teilzunehmen, genügt es, sich in der Stellenbörse anzumelden; persönliche Angaben zur Schullaufbahn zu machen sowie das gewünschte Ausbildungs- bzw. Studienangebot und den Standort auszuwählen.

Das Highlight, der Challenge Day, kommt danach: Etwa ein bis zwei Wochen vor dem Termin lernen die vorausgewählten Bewerber:innen in einem Online-Chat alle anderen Kandidat:innen sowie ihre Buddies kennen. Buddies, das sind Azubis und Student:innen der DEVK, die alle möglichen und unmöglichen Fragen beantworten. Sie sind Tipp-Geber, Feel-Good-Manager und vieles mehr.

„Die Buddies sind im Vorfeld ansprechbar und am Challenge Day mit dabei. Sie nehmen die Bewerber:innen in Empfang, sorgen für eine lockere Atmosphäre, sind in den Pausen da und warten bis zum Ergebnis, um anschließend gemeinsam zu feiern oder – im Falle einer Absage – Aufbauarbeit zu leisten mit Wertschätzung, Respekt und Verständnis.“

Auch das ist ein ungewöhnliches Element und der Same-Day-Delivery-Gewohnheit der Zielgruppe geschuldet: Feedback und Zu- oder Absage gibt‘s tatsächlich am selben Tag. Schanz: „Wen wir zum Challenge Day einladen, den wollen wir auch einstellen. Wir suchen nicht nach Gründen, dies nicht zu tun. Wir suchen nach Menschen, die individuell und einfach sie selbst sind, unabhängig vom Notendurchschnitt, und schaffen eine Atmosphäre, um dies beurteilen zu können.“

Im Laufe des Challenge Day lösen die Bewerber:innen gemeinsam verschiedene Rätsel, skizzieren die Grundzüge einer Blackout-Versicherung oder empfehlen, wie die DEVK im Jahr 2040 erfolgreich sein wird. Dann präsentieren sie sich selbst sowie eine Versicherungssparte und versuchen sich in einem Beratungsgespräch.

Das Besondere dieses Recruiting-Prozesses ist das modulare Konzept mit relativ geringem Ressourceneinsatz, vielfältigem Medienmix und der Unternehmenskultur als Gestaltungselement. Prof. Dr. Karl Wilbers, Wirtschaftspädagoge und Hochschullehrer an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: „Die Challenge Days der DEVK sind eine gelungene Komposition neuer und bekannter Elemente. Sie sind eine faszinierende Verbindung von Recruiting und Markenbildung mit konsequenter Evaluierung.“ Dafür gab’s im vergangenen Herbst auf dem Bildungskongress der Deutschen Versicherungswirtschaft den InnoWard 2021, den ersten Preis in der Kategorie Berufliche Erstausbildung.

Herzlichen Glückwunsch!

 

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