Sprung ins kalte Wasser

Azubis aller Fachrichtungen starten bei der LV1871 mit einem gemeinsamen Projekt ins Berufsleben - und sind danach agil und gut vernetzt.
Azubis, Führungskräfte// 15. August 2019

Agil, gut vernetzt, teamfähig, kommunikativ und engagiert – so stellen sich viele Unternehmen die idealen MitarbeiterInnen vor.

Die LV1871 hat ihre Ausbildung umgekrempelt, um genau diese Eigenschaften auszubilden. Fördern statt fordern ist das Prinzip, das Auszubildende aus dem Versicherungswesen, der IT, dem Marketing und die dualen Studenten aus dem Vertrieb erwartet. Sie starten ihren Weg ins Berufsleben mit einem gemeinsamen Projekt – dessen Thema ist auch schon die einzige Vorgabe für die kommenden sechs Monate.

Ausbildung und Projektarbeit

Discover Digital hat bei der Ausbildungsleiterin, Magdalena Ljuna, und Florian Geisberger, Versicherungsazubi, nachgefragt: Frau Ljuna, was ist die Grundidee Ihrer Kreativwerkstatt?

Ljuna: Wir hatten zwei Grundprobleme ausgemacht, die wir mit einer Änderung in der Ausbildung angehen wollten: Die zukünftigen Anforderungen an die Sachbearbeitung werden sich ändern. Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten werden komplexer und erfordern mehr Einblicke und Abstimmungen mit anderen Bereichen. Zum anderen haben wir genau in diesem Punkt ein Defizit ausgemacht, insbesondere was die Schnittstellen zur IT angeht.
Daraus haben wir das offene Konzept entwickelt, das zunächst auf übergreifende Zusammenarbeit setzt, bei dem jede/r alles machen bzw. kennenlernen und ein tiefes Grundverständnis für andere Bereiche und deren Notwendigkeiten entwickeln kann.

So ganz ohne Plan am Anfang zu arbeiten, ist aber sicher nicht jedermanns Sache?

Ljuna: Nein, das stimmt. Ich versuche die KandidatInnen aber entsprechend auszuwählen und kommuniziere klar und deutlich, worauf sie sich einstellen müssen. Bei der Auswahl zählen weniger Zensuren als vielmehr die Persönlichkeiten. Das kann dann schon einmal dazu führen, dass wir eine relativ große Altersspanne in einem Ausbildungsjahrgang haben. Aber auch das ist letztlich ein Abbild der realen Arbeitswelt.

Was sind Ihre bisherigen Erfahrungen?

Ljuna: Wir praktizieren das Modell seit 2017 und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir beobachten jedes Projekt sehr aufmerksam und nehmen gegebenenfalls Anpassungen vor. Für mich persönlich ist das Ergebnis, das in dieser Zeit entsteht, aber eher zweitrangig. Wichtiger ist mir der Weg dorthin, den jede/r Einzelne im jeweiligen Team geht.

Geisberger: Ich habe im Projekt YoungInsure mitgearbeitet, bei dem wir uns unvoreingenommen dem Thema Versicherungen für junge Leute, für Azubis genähert haben. Für fachliche und auch technische Fragen, mit denen wir uns auseinandersetzen mussten, haben wir uns kompetente Ansprechpartner gesucht, die uns weiterhelfen konnten – so haben wir sehr schnell das Unternehmen kennengelernt und Kontakte knüpfen können.

Das ging aber sicher nicht ganz ohne Unterstützung?

Geisberger: Nein, natürlich nicht. Zu dem Projekt gehörten auch Paten, Azubis aus höheren Ausbildungsjahrgängen, und Mentoren, Experten aus den Fachabteilungen, die uns jeweils mit Rat und Tat zur Seite standen.

Unabhängig von diesem individuellen Modell müssen sich die Ausbildungsgänge an Lehrpläne halten. Wie ist das miteinander vereinbar?

Geisberger: Wir haben in der Berufsschule den direkten Vergleich mit anderen Azubis und Ausbildungsmodellen – da ist unsere Ausbildung schon sehr innovativ. Die anderen haben in dem Moment, in dem wir in dem Projekt arbeiten, vielleicht einen fachlichen Vorsprung, den wir aber wieder aufholen bzw. aufgeholt haben. Wir erhalten vor allem eine ganz andere Vorbereitung auf eine sich ändernde Arbeits- und Berufswelt.

Ljuna: Fairerweise muss ich aber dazusagen, dass dies vielleicht auch deshalb so gut funktioniert, weil wir ein verhältnismäßig kleines Unternehmen sind. Größere Häuser haben möglicherweise nicht so viel Spielraum.

Vielen Dank für das Gespräch.

 

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