Praxistest: MitMachMedien

KundInnen wollen u.a. flexible Produkte, selbstbestimmte Laufzeiten, kurze Kündigungsfristen - zeigt ein Praxistest im Nürnberger Josephs.
Vertriebler// 19. März 2019
 

Die Nürnberger Allgemeine und die Nürnberger Krankenversicherung waren 2017 Forschungspartner des Josephs und haben in der Themenwelt „MitMachMedien“ u.a. Mobilitätslösungen und Annexprodukte getestet. Discover Digital hat bei den Vorständen der beiden Versicherer nachgefragt.

War das Feedback aus dem Markt für Sie hilfreich?

Barton: Unbedingt! Wir haben viel gelernt: Mit den neuen Erkenntnissen erfüllen wir die Kundenbedürfnisse jetzt noch besser und passen unsere Produkte perfekt an deren individuellen Bedarf an.

Meier: Wir verfolgen die Vision, dass Menschen einfach den passenden Schutz auch im Rahmen ihrer gesamtheitlichen Mobilität finden. Daher beschäftigen wir uns damit, wie die Mobilität in der Zukunft aussehen könnte. Mit der Forschungsinsel Josephs haben wir getestet, ob Menschen die Nürnberger als Mobilitätsdienstleister wahrnehmen könnten und wie entsprechende Angebote geartet sein müssen. Einige Ergebnisse haben uns wirklich überrascht: Natürlich sehen uns die Besucher der Forschungseinrichtung in erster Linie als Kfz-Versicherer, insbesondere auch bei Zukunftsthemen wie Elektromobilität. Allerdings zählt für sie das Angebot, das heißt, wenn das Angebot passt, können sie sich gut vorstellen, dass sich die Nürnberger in ihrer Wahrnehmung als Mobilitätsdienstleister etabliert.

Versicherungen sind erklärungsbedürftige Produkte. Wie sind Sie vorgegangen, wie haben Sie Ihre Themen präsentiert?

Barton: Zusammen mit dem Team vom Josephs haben wir eine einmalige Insel erstellt, die eine Online-Kaufsituation nachstellt: In gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre konnten die Interessenten anhand eines Tablets Produkte wie z. B. ein hochwertiges Fahrrad, einen Kinderwagen oder eine elektrische Zahnbürste kaufen. Beim Abschluss wurden den Kunden passende Zusatzversicherungen zu dem jeweiligen Hauptprodukt angeboten. Anhand eines Fragebogens, aber auch im direkten Gespräch mit den Josephs-Mitarbeitern wurden die Kunden befragt, wie ihnen diese Zusammenstellung gefallen hat. Danach haben wir sie in eine stationäre Verkaufsatmosphäre geführt, die u.a. die drei Primärprodukte in einer Art Showroom zeigte.

Und was ist konkret dabei herausgekommen?

Barton: Wir haben herausgefunden, dass Zusatzservices Produkte nicht zwangsläufig wertvoller machen, dass Kunden gerne noch einmal mit anderen Versicherern vergleichen und dass unabhängige Bewertungen und transparente Bedingungen für ihre Meinungsbildung wichtig sind. Unsere potentiellen Kunden wollen flexible und der Lebenssituation angepasste Produkte, selbstbestimmbare Laufzeiten und kurze Kündigungsfristen.

Seitdem achten wir bei Produkteinführungen noch stärker als früher auf die Platzierung in sogenannten Vergleichsportalen und auf gute unabhängige Bewertungen unserer Produkte. Auch im Hinblick auf flexible Produkte hat sich bei uns einiges getan: So bieten wir den Kunden, gerade den Jüngeren, bei denen das Geld meist knapper ist, einen sehr günstigen Einstiegsbeitrag an, der erst im Alter ansteigt, mit den zunehmenden Bedürfnissen quasi mitwächst.

Meier: Die Forschungsinsel hat uns bestärkt, weiter in die Zukunft der Mobilität zu investieren, die Erkenntnisse zu entwickeln und diese in unsere Produkte für die Kfz-Versicherung einfließen zu lassen.

Ein erstes Ergebnis daraus: Beim Thema Elektromobilität haben wir im letzten Jahr ein spezielles Angebot für Besitzer von Elektro- und Hybridfahrzeugen auf den Markt gebracht. Der sogenannte Elektro Plus Baustein bietet höhere Versicherungssummen oder hilft beispielsweise, wenn sich der Akku auf der Fahrt entleert.

Versicherungen stehen vor der Herausforderung, dem potenziellen Kunden, der bei seiner Online-Suche auf das eigene Angebot aufmerksam geworden ist, online auch einen einfachen und komfortablen Prozess anzubieten, der ihn zum Abschluss führt, so Fabian Nadler vom Digitalverband Bitkom. Quelle: Bitkom

Das Josephs hat als Einrichtung der Fraunhofer-Arbeitsgruppe für Supply Chain Services einen wissenschaftlichen Hintergrund. Wie praxisnah ist Ihrer Meinung nach die Wissenschaft bzw. umgekehrt: Wieviel Wissenschaft steckt in der Praxis?

Meier: Das ist ein sehr komplexes Themenfeld. Ich würde aber sagen, ohne Wissenschaft keine Praxis und ohne Praxis keine Wissenschaft. Für jeden Ansatz benötigt man ein reales Forschungsumfeld. Für eine erfolgreiche Produktentwicklung bedienen wir uns wissenschaftlicher Instrumente, um unsere Zielgruppen zu begreifen und unsere Angebote auf ihre Bedürfnisse und Wünsche zuzuschneiden. Die aus dem Josephs erhaltenen Erkenntnisse haben für uns einen echten Mehrwert, so dass wir in den weiteren Verlauf unserer Produktentwicklung die Meinungen und Anregungen einfließen lassen können. Bei Bedarf greifen wir bei anderen Themen gerne wieder auf die Forschungsinsel zurück.

Barton: Dieser neue Weg über das Josephs war für uns ein voller Erfolg und wir können das Innovationslabor für Produktkonzeptionen nur empfehlen.

Zur Person: Peter Meier ist Vorstandssprecher der Nürnberger Allgemeine Versicherung, Christian Barton ist Vorstand der Nürnberger Krankenversicherung AG und hat kürzlich erst Alexa fränkisch beigebracht – mit einem charmanten Skill für die Auslandskrankenversicherung.

 

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