Motor der Digitalisierung: Cloud Computing

Die digitale Transformation ist im Jahr 2021 nach wie vor eines der beherrschenden Themen, auch in der Versicherungsbranche. Cloud Technologie spielt dabei eine große Rolle - ist sie doch ein wichtiges Instrument, um dem digitalen Wandel zu begegnen.
Führungskräfte// 15. Februar 2021

Cloud-Lösungen fördern und unterstützen den digitalen Wandel im Versicherungsgeschäft. Sie sind Basis für die Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle, für die Steigerung von Effizienz und Produktivität. Denn die enorm großen Datenmengen, die für digitale Technologien und Geschäftsmodelle, für das Internet of Things (Glossar), für Telematik oder KI (Glossar) verfügbar sein müssen, lassen sich mit Cloud Technologien ideal lagern und verarbeiten.

Die Relevanz der Cloud als Motor der Digitalisierung bestätigt der aktuelle „Cloud-Monitor 2020“, eine regelmäßige Studie der Bitkom Research GmbH im Auftrag der Wirtschaftsprüfergesellschaft und Managementberatung KPMG. Laut Studie trägt Cloud Computing bei 87 % der befragten Unternehmen mit einem mittleren bis sehr großen Beitrag zur Digitalisierung des Unternehmens insgesamt bei.
Mehr noch: 74 % sehen in Cloud Technologien einen Treiber für die Digitalisierung ihrer internen Prozesse und die Entwicklung digitaler Sales- und Servicekanäle (63 %). Und auch für die Entwicklung digitaler Fähigkeiten der Mitarbeiter spielt sie eine immer wichtigere Rolle.
Cloud-Lösungen werden immer mehr zu einer tragenden Säule des digitalen Wandels und Versicherer müssen diese neuen Technologien nutzen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit in der Zukunft zu sichern. Denn ohne eine entsprechende IT-Infrastruktur sind digitale Innovationen nicht realisierbar.

Auszug Studie Clouad-Monitor 2020

Was ist eigentlich Cloud-Computing?

Beim Cloud Computing werden Daten, Dienste, Speicher, Software und vieles mehr nicht lokal auf einem Rechner oder dem Firmen-Server gespeichert, sondern bei einem externen Rechenzentrumsbetreiber. Unternehmen kaufen die IT-Leistungen wie Software oder Server also nicht mehr – sie mieten sie nur noch.
Auf diese kann bei Bedarf dann einfach via Internet zugegriffen werden – überall und jederzeit, was besonders für Versicherer mit ihren meist mehreren Standorten und Kooperationspartnern ein großer Vorteil ist.

Unterschieden wird zwischen den verschiedenen Cloud-Servicemodellen Privat Cloud, Public Cloud und Hybrid Cloud sowie zwischen verschiedenen Cloud-Diensten wie IaaS, PaaS und SaaS.

Während bei Private Clouds die Nutzung über unternehmenseigene Server bzw. Rechenzentren läuft, werden Public Clouds von externen Providern bereitgestellt. Hybrid Clouds verbinden beide Welten: So können Teile der Infrastruktur lokal vorliegen, während gleichzeitig Services von Cloud Anbietern bezogen werden.

Was sind die Vorteile der Cloud?

Viele Vorteile liegen auf der Hand, zu diesen gehören beispielsweise:

  • Kostenersparnis: Werden Soft- und Hardware in der Cloud angemietet, entfallen hohe Investitionskosten. Außerdem die Kosten für den laufenden Betrieb eines lokalen Rechenzentrums beim Unternehmen selbst. Softwareaktualisierung, Instandhaltung, Support etc. sind im Mietpreis inbegriffen. Interessant ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht außerdem die nutzungsabhängige Abrechnung: So werden Kosten kalkulierbar und eine langfristige Kapitalbindung im Unternehmen entfällt.
  • Skalierung: Rechenleistung oder Speicherkapazität können flexibel reguliert werden; z.B. bei Nutzungsspitzen oder auch um schnell auf Wachstum reagieren zu können.
  • Produktivität: Da die Cloud nicht vom Unternehmen selbst betrieben wird entfallen zeitaufwändige Verwaltungsaufgaben in der IT, so dass IT-Experten für wichtigere Unternehmensziele eingesetzt werden können.
  • Risikominimierung: Die Ausfallsicherheit wird auf den Cloud-Anbieter verlagert, der die Garantie der Systemverfügbarkeit garantiert. Auch die Datensicherheit und Disaster Recovery liegen beim Dienstleister.
  • Zusammenarbeit: Ob im Büro, im Home-Office oder von unterwegs; ob Mitarbeiter*in, Ausschließlichkeit oder Makler*in: Da der Zugriff über das Internet via Webbrowser erfolgt, können alle Benutzer*innen – je nach Zugriffsberechtigung, aber unabhängig vom Standort und über Ländergrenzen hinweg – stets auf synchronisierte Daten und Informationen zugreifen. Und dies sogar gleichzeitig.
  • Datenschutz und Sicherheit in der Cloud

    Gerade Versicherer unterliegen strengen Datenschutzanforderungen und hohen regulatorischen Vorgaben: Wo dürfen Kundendaten gespeichert werden, wer darf Zugriff auf diese haben etc. Wichtigste Entscheidungskriterien für oder gegen Cloud-Lösungen sind also in der Branche die Themen Datenschutz, Sicherheit Compliance, Risikomanagement und Datenintegration.

    Die etablierten Public-Cloud-Anbieter wissen um diese Sensibilität. Sie haben darauf reagiert und aufwändige Sicherheitsprotokolle implementiert. Zudem achten die Aufsichtsbehörden auf strenge und einheitliche Compliance- und Sicherheitsstandards.

    Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO zeigt, welche Schritte ein Unternehmen gehen muss, um beim Datenschutz beim Cloud-Computing auf der sicheren Seite zu sein:

    Datenschutz beim Cloud-Computing

    Das Thema Cloud-Computing ist auch Teil des Curriculums „Digitale Kompetenzen für die Versicherungswirtschaft“, einer Zusatzqualifikation der BWV Regional zu Themen der Digitalisierung, der digitalen Kommunikation und Kollaboration mit bundesweit einheitlicher Online-Zertifizierung.
    Weitere Infos finden sich hier

     

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