Learning by doing

Von der klassischen Sachbearbeitung in die Digitalisierung: Discover Digital hat bei zwei Jobwechslern nachgefragt, wie es ihnen damit geht
Sachbearbeiter// 02. Mai 2019
Jobperspektive digitale Kompetenz

Wie ist das eigentlich, wenn man aus der klassischen Sachbearbeitung kommt und jetzt in einem Digitalprojekt arbeitet? Discover Digital hat bei zwei Jobwechslern bei der Lebensversicherung von 1871 a. G. München nachgefragt.

Julia Jägermeyer ist ausgebildete Versicherungskauffrau, Florian Adam ausgebildeter Kaufmann für Versicherungen und Finanzen. Beide arbeiten heute, nach einem Start in der Sachbearbeitung, in einer Abteilung, die für die Fachbereiche in Projekten der Digitalisierung mit der IT zusammenarbeitet. Zum Beispiel für das Kundenportal der LV 1871 – Julia Jägermeyer als Projektleiterin und Expertin für Usability, Florian Adam als Business Consultant und zusätzlich als Product Owner in einem laufenden IT-Projekt.

Was muss man für diesen Weg mitbringen, den Sie gegangen sind?

Jägermeyer Aufgeschlossenheit und Interesse, Lernbereitschaft und eine Affinität zum Thema. Im Grunde also nichts Außergewöhnliches. Ich hatte vor rund zwölf Jahren das erste Mal Gelegenheit, in einem IT-Projekt mitzuarbeiten. Das war spannend und interessant, auch wenn ich, ehrlich gesagt, anfänglich nicht immer alles verstanden habe, wovon dort die Rede war. Aber wenn man Hintergründe verstehen möchte, sich für die Dinge interessiert, wächst man schnell in das Thema rein.

Adam Das ist bei mir ähnlich, ein Learning-by-doing. Am Anfang waren das Interesse und der Wunsch, Veränderungen aktiv voranzutreiben. Gelernt habe ich viel, in dem ich den ITlern über die Schulter geschaut habe, im direkten Austausch also. Später habe ich einen Lehrgang zum Business Consultant bei der DVA absolviert, um Veränderungsprozesse mitgestalten zu können. Das mache ich jetzt als Projektleiter und Product Owner.

Was hat sich für Sie geändert?

Jägermeyer Ich arbeite jetzt direkt mit den Entwicklern zusammen. Es ist spannend, eine Schnittstelle zu den Fachabteilungen zu sein und gleichzeitig nach außen, für die Kunden sichtbar zu arbeiten. Dafür habe ich auch eine Fortbildung und Zertifizierung zum Thema Usability absolviert.

Adam Es ist unglaublich aufregend, zu sehen wie die Zusammenhänge zwischen Fachlichkeit und der IT-Architektur sind. Man hat zu Teilen einfach einen anderen Blick bekommen, dass kleine Änderungen große Auswirkungen haben können.

Digitalisierung ist ein schnelllebiges Thema. Wie bleiben Sie am Ball?

Jägermeyer Im Dialog mit KollegInnen aus der Branche. Auf entsprechenden Foren und in Workshops gibt es einen sehr offenen Austausch und immer viele Ideen und Anregungen, die man gut mitnehmen kann.

Adam Wenn es etwas Neues gibt, muss man sich damit beschäftigen. Das ist wie bei einem Update fürs Handy: Am Anfang mühsam, schon bald danach aber selbstverständlich.

Jägermeyer Das beschreibt im Grunde den Weg, den wir gegangen sind. Wenn man sich einmal einen Grundstock an Wissen, an Know how erarbeitet hat, fällt es eigentlich relativ leicht, auf dem Laufenden zu bleiben.

Das trifft aber sicher nicht auf jeden zu?

Jägermeyer Aus meiner persönlichen Sicht würde ich zwei Typen unterscheiden: Die, die sich erst mit Neuerungen befassen, wenn es unvermeidlich ist und die, die früh aufspringen, Neues annehmen, verstehen und vielleicht selbst mitgestalten, Feedback geben wollen.

Adam Wichtig ist auf jeden Fall, den Anschluss nicht zu verlieren, sich für das zu interessieren, was passiert.

Das würden sicherlich viele KollegInnen liebend gerne, haben aber durch ihr hohes Arbeitspensum keine Chance dazu…

Jägermeyer Das ist richtig und ich denke, es ist eine wichtige Aufgabe der Führungskräfte, eben diese Freiräume zu schaffen.

Frau Jägermeyer, Herr Adam – vielen Dank!

 

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