Hallo Welt!

Social Media oder Arbeit? Wenn das Intranet im Unternehmen von allem etwas mehr ist: mehr Information, mehr Kommunikation, mehr Kollaboration, mehr Transparenz, mehr Individualität.
Führungskräfte, Sachbearbeiter// 04. Februar 2020
 

Eine gemeinsame Kommunikations- und Kollaborationsplattform für alle MitarbeiterInnen im Konzern, hochgradig individualisierbar, jederzeit und auf jedem Gerät verfügbar, unabhängig von Landes- und Sprachgrenzen: Allianz Connect ist ein konzernweites Social Intranet und umfasst zurzeit 70 Operating Entities (OEs, Betriebseinheiten) in 24 Ländern rund um den Globus. Rund 120.000 MitarbeiterInnen, deutlich über 80% der Gesamtbelegschaft, haben in Allianz Connect ein eigenes Profil. Die Zahl der aktiven Nutzer steigt kontinuierlich an.

Think big

„Wer ein neues Social Network etablieren will, darf keine kleine Brötchen backen, sondern muss nach der Weltherrschaft streben“, meint Florian Ehlert, Professor an der Hamburg School of Business Administration. Das Statement bezog sich zwar auf die Internetgiganten und potenzielle Konkurrenten. Der Vergleich ist aber sicher auch hier gerechtfertigt:

2015 hat der Allianz Konzernvorstand mit Oliver Bäte an der Spitze beschlossen, dass der digitale Wandel eine Schlüsselrolle in der strategischen Agenda spielen soll. Dadurch stand zugleich eine Veränderung der Unternehmenskultur an – eine naturgemäße Folge der digitalen Transformation.

Für die Allianz Welt, mit Konzerngesellschaften auf allen Kontinenten, bedeutet dies, die landesspezifischen Realisierungen unter einer einheitlichen Oberfläche integrieren und gleichzeitig effiziente Werkzeuge für Kollaboration, Information und Austausch zur Verfügung stellen – verbunden mit zeitgemäßen Funktionalitäten, wie Posten, Liken, Kommentieren und Teilen.

Veränderung vorleben

Untersuchungen zu Enterprise Social Networks haben gezeigt: Je aktiver Führungskräfte die Möglichkeiten der Plattformen nutzen bzw. den digitalen Austausch vorleben, desto höher ist die Akzeptanz im Unternehmen, desto stärker verändert sich die Unternehmenskultur.

Oliver Bäte, CEO der Allianz SE, hat AZ Connect nicht nur als Ziel vorgegeben, sondern ist selbst aktiver Nutzer. Jede/r kann ihm folgen, seine Posts liken, teilen und kommentieren. In seinen regelmäßigen Ask-me-anything-Events, die live auf der Plattform gestreamt werden, stellt sich der oberste Chef zudem Fragen der MitarbeiterInnen und erzeugt dadurch Nähe, die ganz wesentlich mit zur Veränderung der Unternehmenskultur beiträgt.

Mein Unternehmen

AZ Connect ermöglicht jedem/r MitarbeiterIn eine persönliche Sicht auf das Unternehmen – angefangen bei den Nachrichten von KollegInnen, deren Posts im eigenen Newsstream neben den konzern- bzw. landes- oder gruppenweiten Nachrichten erscheinen, bis hin zur gemeinsamen Dokumentenbearbeitung und zum Austausch im Team, das ebenfalls auf der Plattform in einem eigenen Teamroom kommuniziert und zusammenarbeitet.

Damit die MitarbeiterInnen sich über Sprachgrenzen hinweg informieren können, sorgt ein automatisches Übersetzungstool für Verständlichkeit.

Startseite von Allianz Connect (→ größere Ansicht) © Allianz

Muss man, um sich in Allianz Connect zurechtzufinden, erst eine Schulung durchlaufen?

Michael Wegscheider: Allianz Connect ist sehr intuitiv und erklärt sich im Zweifelsfall selbst. Insbesondere MitarbeiterInnen, die auch privat auf Social-Media-Kanälen unterwegs sind, tun sich relativ leicht. Wir bieten aber für alle MitarbeiterInnen Webinare auf der Plattform an, die sich an Use-Cases und Best-Practice-Beispielen orientieren. Es gibt Online-Dokumentationen, User-Foren für spezifische Fragen und einen mehrstufigen Support mit kurzer Reaktionszeit, der in sehr konkreten Einzelfällen behilflich ist. Und es werden Präsenz-Schulungen angeboten, die allerdings von den jeweiligen OEs organisiert werden. Wir in der Allianz SE, also der Konzernmutter, beschränken uns darauf, die Trainer zu trainieren.

Allianz Connect ist als konzernweites Instrument eine sehr mächtige Applikation. Wie messen Sie die Akzeptanz?

Wegscheider: Wir haben heute bereits eine sehr hohe Reichweite von über 80% aller MitarbeiterInnen. Unser KPI ist jedoch die Zahl der aktiven NutzerInnen. Hier sind wir mit über 70% auch auf einem sehr erfreulichen Weg. Das heißt, das, was wir entwickelt und zur Verfügung gestellt haben, wird intensiv genutzt.

Neben den vielen technischen sind vermutlich ebenso viele rechtliche Fragen im Vorfeld zu klären?

Wegscheider: AZ Connect ist nicht nur eine Plattform für zahlreiche Intranets sondern auch digitaler Arbeitsplatz und soziales Netzwerk. Das muss natürlich mit dem Betriebsrat abgestimmt werden. Die Rahmenbedingungen haben wir nach intensiven Verhandlungen gemeinsam in einer Konzernbetriebsvereinbarung festgelegt. Nur auf dieser Basis können wir auf Connect Inhalte publizieren, die für die KollegInnen verpflichtend sind.

Gibt es noch die klassische Top-Down-Kommunikation?

Wegscheider: Wir haben Push-News, die in jedem Stream ausgespielt werden. Das ist, wenn Sie so wollen, ein Rest der Top-Down-Kommunikation. Ansonsten bleibt es jedem Mitarbeiter selbst überlassen, wem er folgt bzw. was in seinem Nachrichtenstream erscheint. Wir unterstützen damit eine sehr individuelle Vernetzung, quer über Bereiche, Abteilungen oder auch Länder. Das kennen Sie von Ihren eigenen Social-Media-Aktivitäten. Sie können sich mit Experten ebenso vernetzen wie mit Freunden. Das ist bei uns ganz genauso, nur eben beschränkt auf die Welt der Allianz. Wie sich diese für den Einzelnen darstellt, bleibt ihm selbst überlassen, wo auch immer er oder sie sich befindet. Umgekehrt können Sie auf AZ Connect sehr detailliert Rechte vergeben und so entscheiden, wer was sehen und/oder bearbeiten darf. Gerade in der Projektzusammenarbeit ist es wichtig, hinter verschlossenen Türen arbeiten zu können.

Wird die Plattform auch für private Aktivitäten genutzt, zum Beispiel, um sich zum Mittagessen zu verabreden oder auch um Fahrgemeinschaften zu bilden?

Wegscheider: In private Interaktionen zwischen KollegInnen haben natürlich keinen Einblick. Tatsächlich gibt es aber geschlossene und bisweilen auch offene Gruppen zu privaten Themen, zum Beispiel eine stark frequentierte Radfahrer-Gruppe. Connect ist explizit nicht nur für Corporate-Themen reserviert. Es ist eine Plattform für Menschen in der Allianz.

Herr Wegscheider, vielen Dank für das Gespräch und den Einblick in Allianz Connect.

Kommunikation und Kollaboration

AZ Connect ist ein Enterprise Social Network, das in dieser umfangreichen Realisierung sicherlich kein branchenweiter Standard ist. Ohnehin ist der Begriff „Standard“ bei Digitalisierungsprojekten schwierig, da die Lösungen jeweils hochgradig individuell sind. Dennoch findet sich das eine oder andere Konzept in ähnlicher Form auch in anderen Unternehmen.

Bei Lokalterminen werden wir uns einige Anwendungen genauer ansehen und uns mit den Akteuren unterhalten. Einfach auch in Zukunft immer mal wieder hier reinklicken!

Zum Projekt: AZ Connect ist eine Anbieterlösung, ein Enterprise Social Network von Jive und beinhaltet neben den Interaktionsmöglichkeiten u.a. die herkömmlichen Office-Anwendungen. Das System wird nicht on premise gehostet, auf einem Unternehmens eigenen Server, sondern kommt als SaaS-Lösung (→ Glossar) aus einer Amazon Cloud. Individuelle Software-Anpassungen wurden bewusst nicht vorgenommen, um zukünftige Releases direkt und ohne Aufwand übernehmen zu können.

Zur Person: Michael Wegscheider leitete das Projekt zur Einführung des Allianz Social Network und ist heute Global Portal Manager bei Allianz Connect.

 

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